(Predigt 1.Korinther 3,9-17) [ Video ] [ Abkündigungen273.59 KB ]
„Wir sind Gottes Mitarbeiter“
„Bei dir Jesu, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn;“ haben wir soeben gehört oder mitgesungen. „Nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn“. Diese Worte tun gut zu singen, wenn ich mich stark fühle, aber auch gerade wenn ich mich schwach fühle und mein Leben ganz auf Jesu Wege konzentrieren möchte.
Jemandem dienen, in untergeordneter Stellung für jemanden arbeiten, einer Sache von Nutzen sein. Was wir mit dem Wort Dienen verbinden, hat erst einmal einen eher negativen Klang.
Vielleicht verwendet Paulus daher so viel Zeit darauf, in den beiden Briefen an die Korinther von der Natur des christlichen Dienens zu schreiben und auch von seinem eigenen Dienst als Apostel.
Die Gemeinde in Korinth stand in der Gefahr, gerade das Wesentliche im Leben zu vergessen: Wer sie geheiligt hat; dass ihr Leben Geschenk Gottes ist und von seinem Frieden bestimmt werden soll. Auch das Leben der Anderen ist Geschenk, das vergisst man so leicht und dann kommt es zu Unfrieden und Spaltungen untereinander.
Paulus hört von diesen negativen Entwicklungen. Die Früchte seiner unermüdlichen Arbeit sind gefährdet. Was tut Paulus?
Am Anfang seines Briefes dankt er Gott für den Reichtum an Lehre und Erkenntnis bei den Korinthern, für die vielen Gaben und den starken Glauben an die baldige Wiederkunft Jesu. Er schreibt ihnen zunächst, was sie verbindet, nicht was sie trennt. Doch auch jetzt weist er auf Jesus; der ist es, der sie festhält bis ans Ende, dass es an ihnen dann nichts mehr auszusetzen gibt. „Gott ist treu“, sagt er den treulosen Korinthern; und er sagt ihnen, was ihre Gemeinde im Innersten zusammenhält: „Gott hat euch berufen zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus, eures Herrn.“
Christliche Gemeinschaft sucht sich nicht selbst, sie wird berufen; Gott stellt Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt zusammen und in seinen Dienst, um dieser Welt zu zeigen: Gott ist da.
Doch nun hört Paulus selbst: Der Predigttext steht im 1. Korinther Kapitel 3 die Verse 9-17 Ich lese dazu aus der Hoffnung für Alle. Vers 4 -17.
4 Wenn die einen unter euch sagen: »Wir gehören zu Paulus!«, und andere: »Wir halten uns an Apollos!«, dann benehmt ihr euch, als hätte Christus euch nicht zu neuen Menschen gemacht.
5 Wer ist denn schon Apollos oder Paulus, dass ihr euch deshalb streitet? Wir sind doch nur Diener Gottes, durch die ihr zum Glauben gefunden habt. Jeder von uns hat lediglich getan, was ihm von Gott aufgetragen wurde.
6 Ich habe gepflanzt, Apollos hat begossen, aber Gott hat das Wachstum geschenkt.
7 Es ist nicht so wichtig, wer pflanzt und wer begießt; wichtig ist allein Gott, der für das Wachstum sorgt.
8 Von Gottes Mitarbeitern ist einer so notwendig wie der andere, ob er nun das Werk beginnt oder weiterführt. Jeder wird von Gott den Lohn für seine Arbeit bekommen, der ihm zusteht.
9 Wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr aber seid Gottes Ackerland und sein Bauwerk.
10 Gott hat mir in seiner Gnade den Auftrag und die Fähigkeit gegeben, wie ein geschickter Bauleiter das Fundament zu legen. Doch andere bauen nun darauf weiter. Und jeder muss genau darauf achten, wie er diese Arbeit fortführt.
11 Das Fundament, das bei euch gelegt wurde, ist Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen.
12 Allerdings kann man mit den unterschiedlichsten Materialien weiterbauen. Manche verwenden Gold, Silber, kostbare Steine, andere nehmen Holz, Schilf oder Stroh.
13 Doch an dem Tag, an dem Christus sein Urteil spricht, wird sich zeigen, womit jeder gebaut hat. Dann nämlich wird alles im Feuer auf seinen Wert geprüft, und es wird sichtbar, wessen Arbeit den Flammen standhält.
14 Hat jemand fest und dauerhaft auf dem Fundament Christus weitergebaut, wird Gott ihn belohnen.
15 Geht aber sein Werk in Flammen auf, wird er seinen Lohn verlieren. Er selbst wird zwar gerettet werden, aber nur mit knapper Not, so wie man jemanden aus dem Feuer reißt.
16 Wisst ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und dass Gottes Geist in eurer Mitte wohnt?
17 Wer diesen Tempel zerstört, den wird Gott ins Verderben stürzen. Denn Gottes Tempel ist heilig, und dieser Tempel seid ihr!
Wir sind Gottes Mitarbeiter. Wir sind Gottes Tempel. In der Gemeinschaft kommt zum Tragen, wofür jede und jeder von uns bestimmt ist.
Wir sind Mitarbeiter des höchsten Arbeitgebers, des ehrwürdigsten Unternehmers, des barmherzigen Gottes. Er beruft uns in seine Mitarbeiterschaft, wo wir ihm sogar Ehre bereiten dürfen dadurch, das wir tüchtig mittun.
Benötigt Gott tatsächlich Mitarbeiter? Braucht er eine helfende Hand von irgendjemandem?. Immerhin hat er das gesamte Universum ganz alleine erschaffen. Ich bezweifle ernsthaft, dass er unsere Unterstützung braucht, um es zu leiten. Aber warum nimmt er uns dann als seine Partner, seine Kollegen an?
An aller erster Stelle ist Gott ein Beziehungswesen. Er ist der dreieinige: in sich vereint als Vater, Sohn und heiliger Geist. Und dann möchte er eine weitere Beziehung eingehen, freiwillig, aus sich selbst heraus und erschafft sich ein Gegenüber… den Menschen. Er gibt den Menschen ihre Würde, indem er ihnen Verantwortung übergibt, die Erde zu bebauen und zu bewahren.
In den Worten des Propheten Micha sagt uns Gott, dass wir uns an das Recht halten und anderen mit Güte begegnen. (Micha 6: 8
Jeder Christ ist berufen, im Namen Christi zu dienen. Und das bedeutet: all seine Gaben und Fähigkeiten dafür zu gebrauchen, dem anderen Gutes zu tun, dem Leben zu verhelfen, Wunden zu heilen, zu trösten, zu beten. es muss nicht unbedingt eine sehr auffällige Art von Dienst sein.
Eine Gemeinde lebt von Mitarbeitern: manche angestellt, die meisten aber ehrenamtlich. Mitarbeiter engagieren sich für die Gemeinde Gottes, ja letztlich für Gott selber.
Was macht einen guten Mitarbeiter aus? Welche Voraussetzungen muss man mitbringen, welches Alter erreicht haben, um im Reich Gottes mitarbeiten zu können?
Mitarbeiter Gottes sein heißt: Gott arbeitet, und ich arbeite mit IHM.
Also:
ER redet, und ich sage es weiter.
ER will zu einem bestimmten Menschen, und ich gehe da hin.
ER will einen Menschen ermutigen und stärken, und ich stelle meinen Mund und meine Hände dafür zur Verfügung.
ER will jemandem helfen, und ich weiß plötzlich, für den und den Zweck soll ich die Kollekte in einer bestimmten Höhe geben oder etwas dort und dorthin überweisen.
ER will jemanden heilen und ich lege die Hände auf.
ER will jemanden befreien und ich bete mit diesem Menschen.
Mitarbeiter Gottes kann also nur jemand sein, der Gott kennt, der Gott hört und seinen Willen tut.
...von der Angst, einen Fehler zu machen…
Wir sind oft in einer Art und Weise bescheiden, wie es sicherlich nicht der Wille des Vaters ist.
Mir geht es oft so, dass ich mich unsicher fühle. Vor 3 Wochen haben wir von der Berufung des Jeremias in der Predigt gehört. Ich bin manchmal ein Jeremia und sage auch:“Ach Herr ich tauge nicht zu predigen. Ich habe Angst und halte mich selbst für zu unerfahren und ungeeignet ein Mitarbeiter Gottes zu sein.“
Dietrich Bonhöfer sagt: "Der größte Fehler, den man im Leben machen kann ist, immer Angst zu haben einen Fehler zu machen."
Paulus will uns nicht Angst machen, er will uns die Angst nehmen, etwas falsch zu machen.
Und er will, dass die Korinther, dass wir zusammenhalten und eins werden. Sein Motiv ist die Liebe zu den Brüdern und Schwestern;
In Johannes13 steht: Die Liebe untereinander ist ja gerade das deutlichste Erkennungszeichen der Gemeinde Jesu
9 Wir sind Gottes Mitarbeiter, ihr aber seid Gottes Ackerland und sein Bauwerk.
Paulus, von dem wir in der Epistellesung gehört haben, schreibt weiter:
10 Gott hat mir in seiner Gnade den Auftrag und die Fähigkeit gegeben, wie ein geschickter Bauleiter das Fundament zu legen. Doch andere bauen nun darauf weiter. Und jeder muss genau darauf achten, wie er diese Arbeit fortführt. 11 Das Fundament, das bei euch gelegt wurde, ist Jesus Christus. Niemand kann ein anderes legen.
Paulus vergleicht die Gemeinde und die Menschen mit einer Baustelle und einem Ackerfeld. Wir Christen sind eine Baustelle und wir bauen alle miteinander an unserem Leben, an dem Haus der Gemeinde, am Reich Gottes.
Und wir sind ein Acker, der wächst und niemand weiß, welche Früchte er tragen wird. Es wird sich alles zeigen. Dereinst. Wir bauen unser Leben und unsere Gemeinschaft. Aber ob das Haus stehen wird und bewohnbar sein wird, darauf können wir nur vertrauen. Ob die Früchte, die da aus unserer geistigen Saat wachsen, genießbar sein werden, das können wir nur hoffen.
Wichtig ist, meint Paulus, dass das Fundament stimmt. Jesus Christus selbst ist das von Gott vorgesehene Fundament für das Leben eines Christen.
Weil sie auf diesem Grund stehen, ist es niemals gleichgültig, was sie tun, wie sich ihr Gemeindeleben gestaltet und vor allem, wie sie miteinander umgehen.
Und dann erweitert Paulus das Bild von der Baustelle in die Zukunft Gottes hin zu dem, der das letzte Wort über uns und unsere Taten sprechen wird. Gott allein ist es, dem am Ende das Urteil zusteht.
Das Bauwerk unseres Lebens, unserer Gemeinde, unserer Kirche wird im Gericht niedergebrannt. Und in diesem Feuer wird sich herausstellen, ob wir mit feuerfesten Materialien gebaut haben, die einen solchen Brand überstehen oder ob wir mit Heu und Stroh gebaut haben.
Das Bild vom reinigenden Feuer hat für mich eigentlich etwas Tröstliches, weil es um diese tiefe Wahrheit unseres Lebens weiß: dass die Häuser, die wir bauen in unserem Leben, immer aus ganz gemischten Materialien bestehen und dass vor Gott das Wertvolle übrig bleibt.
Reinigendes Feuer - Paulus will einfach nur zum Ausdruck bringen, dass wir alle in unserem Leben bisweilen Dinge tun, die tragfähig sind und haltbar. Und dann tun wir wieder Dinge, die auf die Strecke der Zeit aufflackern und wieder in sich zusammensinken wie ein Strohfeuer. Wir selbst aber wissen nicht, was trägt und was vergeht von unseren Taten.
Wir tun manchmal Dinge, die wir selbst für nebensächlich halten und die bei anderen große Wirkung entfalten und dann wieder sind wir uns so sicher, dass wir das Richtige tun und wir müssen schmerzhaft lernen, dass das auf lange Sicht nicht tragfähig war.
Eltern, die Kinder aufziehen, die wissen davon ein Lied zu singen. Ohne Schmerzen geht das nicht ab. Oder ein Meister, der in seinem Leben viele viele Lehrlinge ausgebildet hat und bisweilen Überraschungen erlebt, was aus ihnen geworden ist. Oder ein Lehrer, der erlebt, wie Jahre später ein berüchtigter Auftreiber und Raufbold bei einem Klassentreffen kommt und sagt, wie unendlich wichtig diese eine Geschichtsstunde für das ganze Leben war oder die Pfarrerin, die nach Jahren hört, wie eine bestimmte Predigt einen Menschen zutiefst getröstet hat.
Unser Handeln hat immer Wirkungen und Nebenwirkungen und es gibt keine Garantie, dass man sein Lebenswerk absichert. Wir können es alle immer nur versuchen. Was aber in der Rückschau auf unser Leben das Richtige gewesen ist, das weiß nur Gott. Und keine Instanz hat das Recht über unser Leben zu urteilen, außer Gott, der die letzte Instanz bleib
Für mich ist das der tröstlichste Gedanke meines christlichen Glaubens, dass nicht Menschen am Ende über mein Leben Bilanz ziehen werden, sondern der barmherzige Gott.
”Bei dir, Jesus, will ich bleiben, stets in deinem Dienste stehn:
nichts soll mich von dir vertreiben, will auf deinen Wegen gehn.“
Voller Vertrauen. Voller Liebe. Voller Hoffnung.
Amen.