( Ansprache) [ English Translation ] [ Abkündigungen394.39 KB ]
Liebe Gemeinde,
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. So lautet die diesjährige Jahreslosung. Eigentlich ein Auftrag nicht nur für dieses Jahr, sondern unser Leben lang. Wenn man sich das Wort barmherzig genau anhört, hört man zwei Worte darin: Arm und Herz. Das bedeutet, dass unser Herz Arme haben soll. Weil Gott uns lieb hat und wir ihn lieb haben, sollen wir barmherzig mit anderen Menschen sein: Mit denen, die uns nerven, die uns fremd sind und mit denen, die unsere Hilfe brauchen. Jesus erklärt, dass es keine große Sache ist, wenn ich nur die mag, die mich auch mögen, oder ich mit denen meine Sachen (z.B. Spielzeug) teile, die mir auch jederzeit etwas abgeben oder leihen würden. Viel schwieriger ist es, für die etwas Gutes zu tun, die mich nicht mögen, oder denen etwas zu geben, von denen ich weiß, dass sie mir nichts zurückgeben werden oder können. In der Geschichte vom barmherzigen Samariter geht Jesus sogar so weit, dass er meint, sich von einem Feind helfen lassen und all die Abneigung oder schlechten Gedanken fallen lassen zu müssen, ist wahrscheinlich am schwierigsten. Wir haben eine Verantwortung füreinander – und das schließt eben nicht nur die Menschen ein, die uns sowieso schon nahestehen. Gerade in dieser Zeit, wo alle Social Distancing betreiben sollen, vereinsamen viele Menschen. Andere verarmen wirklich, weil sie ihre Arbeit verloren haben. Andere finden die Corona-Maßnahmen falsch und regen sich den ganzen Tag nur auf. Die Frage wäre doch ganz aktuell: Wie können wir solchen Menschen Barmherzigkeit erfahren lassen? In der alten Kirche, vor ganz langer Zeit, wurden sieben Werke der Barmherzigkeit beschrieben:
- die Hungernden speisen
- den Dürstenden zu trinken geben
- die Nackten bekleiden
- die Fremden aufnehmen
- die Kranken besuchen
- die Gefangenen besuchen
- Tote begraben
Sie gehen zurück auf die Endzeitreden von Jesus, die wir im Matthäusevangelium finden. Wie wäre es zu überlegen, wie wir diese „Werke der Barmherzigkeit“ heute füllen oder umsetzen können. Wer steht uns da vor Augen? Welches Bedürfnis haben diese Menschen? Wie könnten wir ihr Bedürfnis ein wenig stillen?
Eins können wir mit Sicherheit gewiss sein, dass Gott, unser Vater, barmherzig mit uns ist. Seine Barmherzigkeit, seine Liebe, spannt sich wie ein riesiger Schirm über uns. Leon unter dem großen Schirm Es besteht kein Zweifel, dass er uns schützt und begleitet, auch dann, wenn wir nervig sind oder wir uns beklagen. Er wird uns nicht verlassen. Lasst uns also diesen Schirm der Barmherzigkeit weitergeben, wie ein Vater seinen Schirm über seine eigene Familie halten würde. Er ist die Fürsorge, die Stärke und die Liebe. Claudia unter dem zweiten Schirm. Wie eine liebevolle Mutter ihren Schirm spannen würde für ihre Kinder. Kiera unter dem nächsten Schirm. Sie ist die Versorgerin, das Herz, die Trösterin und die Powerfrau. Wie eine große Schwester, die ihren Schirm über ihren kleinen Bruder spannen würde. Stefan unter den Schirm. Sie ist das Vorbild, die unvoreingenommene Spielgefährtin und die Beschützerin. Wie ein kleiner Bruder, der umgeben ist von Schirmen, allen voran Gottes Schirm. Er wird wachsen und seinen eigenen Schirm weitergeben, an die, die er liebt, aber auch an die, die ihm fremd sind und seine Hilfe brauchen. Denn er hat es selbst erfahren und wird weitergeben, was er kennengelernt hat. Er ist Gottes Sohn, die Barmherzigkeit, das Herz mit ausgestreckten Armen. Stefan streckt seine Arme aus
Gottes Barmherzigkeit ist wie ein Schirm, ein Zelt.
ER schenkt sie mir und dir und aller Welt.
Gottes Liebe ist wie ein Schirm, ein Zelt.
In ihr bin ich geborgen, weil Gott mich hält.
Amen