2021-06-13 - 2. Sonntag nach Trinitatis - Pastorin Gertrud Tönsing

( Predigt Epheser 2:17 22 ) [ English Translation ] [ Abkündigungen565.75 KB ]


Gnade sei mit euch und Friede von Gott unserem Vater und unserem Herrn, Jesus Christus.

Laßt uns beten

Rede Herr, so will ich hören,

und dein Wille werd erfüllt.

Nichts laß meine Andacht stören,

wenn der Brunn des Lebens quillt;

speise mich mit Himmelsbrot,

tröste mich in aller Not. 

Amen.


Liebe Gemeinde!

In Vorbereitung auf diese Predigt habe ich einige alte Predigten für den 2. Sonntag nach Trinitatis mir angeschaut.  Da fand ich eine über den Episteltext, aus dem Jahr 2016, unserem ersten Jahr in Pretoria. Ich predigte am Hartebeespoort Damm,am gleichen Tag wo im Backsteinhof der Deutschen Schule Ökumenischer Gottesdienst war.  Die Predigt war ein Lob auf und Plädoyer für die Ökumene.  Auch der Gottesdienst am Dam ist ja ein Ökumenisches Projekt-abwechselnd von uns und der Stadtmission. 

Leider ist in den vergangenen Jahren die Ökumene in Pretoria einiges schwieriger geworden.  Schuld daran haben natürlich die Pastorinnen unserer Kirche, die nicht schweigen wollen in der Gemeinde.  Ich las diese Predigt als Anfrage an mich selber.  Was bedeutet mir Christliche Einheit, oder die Verschiedenheit des Leibes Christi?  Wie weit bin ich bereit zu gehen, um Zeichen zu setzen, dass wir trotz allen Unterschieden dennoch zusammengehören?  Oder ist irgendwann die Grenze erreicht, wo ich sagen muss, der Einsatz lohnt sich nicht?  In der Gemeinde St. Peter ist das natürlich Lebensthema.  Sind wir wirklich eine Gemeinde und wie zeigt sich das, oder wie sollte sich das zeigen?  Corona hat die Sache noch erschwert.  Manch einer ist froh, jetzt eine Entschuldigung zu haben, nichts gemeinsames “machen zu müssen”. 

Der Text ist aus dem Epheserbrief.  Das Thema Einheit ist Herzstück dieses Briefes –und bestimmt nicht,weil es damals leichter war als heute.  Die Urkirche hatte unglaubliche Zerreißprobenzu bestehen, Kämpfeum die Seele des neuen Glaubens, um die Praxis, um die Frage, wieman miteinander leben kann -besondersJuden und Heiden.  Juden hatten sich immer ferngehalten von den Völkern, wer die Reinheitsgebote ernst nehmen wollte konnte gar nicht anders.  Und jetzt waren sie plötzlich zusammengeworfen –Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe und ein zusammengewürfelter in sich zerstrittener Haufe. 

Der Epheserbrief richtet sich hauptsächlich an die Heidenchristen, wahrscheinlichursprünglich an verschiedene Gemeinden rings um Ephesus.  Ich lese aus dem 2. Kapitel, die Verse 17 bis 22:


17 Christus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.

18 Denn durch ihn haben wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater.

19 So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen,

20 erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist,

21 auf welchem der ganze Bau ineinandergefügt wächst zu einem heiligen Tempel in dem Herrn.

22 Durch ihn werdet auch ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist.


Ein schönes Bild malt der Ephesertext hier, eineGemeinde, einig im Geist, und einig im Frieden Christi.  Keiner ist dem anderen mehr fremd, und alle wissen, dass sie eine große Familie sind.  Alle zusammen sind wir ein großer Tempel zum Lobe Gottes, jederein Stein im ganzen Werk, allewichtig, alleeins. 

Aber wenn wir etwas näher hingucken, dann wird schon klar, dass es nicht so einfach ist.  Ein Bauwerk zusammengefügt aus einem Sammelsurium von unbehauenen Sandsteinen, geschliffenem Marmor und kantigen Backsteinen.  Wie wird daraus ein ästhetischer Bau?   Eine Patchwork Familie,die zwar unter einem Dach wohnt,aber sich nicht besonders gut versteht.   Der Apostel mahnt uns.  Denkt dran, ihr seid eine Familie, ihr gehört dazu, alle gehören zusammen.  Nun lebt auch danach. Aber ich denke er schreibt das eben gerade, weil das wirklich nicht so einfach ist.  Man braucht nicht Einheit zum Thema zu machen wo alle eins sind.  Auch Lukas, der versöhnlich darüber schreibt, wie einig im Geist die Urkirche war, kann bestimmte Konflikte nicht umschiffen. 

Wir Menschen sind eigentlich alle so, dass wir am liebsten in den bekannten Kreisen verkehren, wo wir uns wohlfühlen und nicht in Frage gestelltwerden.  Wir suchen uns unsere Freunde und unsere Gemeinde, Menschen, die unsere Werte, unsere politischen Ansichten, oder unsere Sprache und unsere kulturellen Schätze teilen, wir richten uns gemütlich ein, und kümmern uns umeinander. Aber Gott ist damitnicht zufrieden.  Immer wieder führt er Menschen an ihre Grenzen, wühlt Dinge durcheinander, überbrücktGräben, die wir am liebsten als Schutz behalten hätten.  Das gibt es in jeder Familie, und es beginnt im engsten Familienkreis,und zwar da, woLeben neu beginnen soll –mit der Sexualität.  Ich denke manchmal Gott hat die Sexualität so stark und auch etwas unkontrollierbar gemacht, weil er die Menschen immer wieder mal ordentlich durcheinanderwürfeln will.  Wer nur bei sich selbst bleibt, ist irgendwann nicht mehr lebensfähig.  In kleinen abgeschnittenen Dörfern, wo diePartnerauswahl begrenzt ist, woman nur die heiratet, die man schon von Kindesbeinen an kennt, nehmenirgendwann die Krankheiten und Behinderungen rasant zu.  Leben geht nicht ohne Grenzen zu überschreiten, ohneauf den “Fremdling” zuzugehen.  Und sogar der von “meiner Gruppe und Kultur” ist immer noch fremd.  Sogar Detlev und ich, beideaus gut Lutherischen Elternhäusern mit Missionshintergrund hatten einiges an Unterschieden aufzuarbeiten –Wittenbergswaren im Englischen, liberalen Umfeldaufgewachsen, mit noch starker Verbindung mit Deutschland, Tönsingskamen aus dem sehr Afrikaansen Potchefstroom, und einer winzigen Gemeinde.  Wittenbergs sangen viel, besonders Kanons, zu allen Gelegenheiten, machtenselten Braai und zelteten so gut wie nie.  Bei Tönsings war es umgekehrt.  Unsere Familie jetzt macht gerne braai, zeltet und singt –aber das Kanon singenmusste ich aufgeben.  Das klappt nicht. 

Wer bestimmt, wer zur Familiegehört?  Das sind nicht die Kinder,sondern die Eltern.  Vor vielen Jahren hatten,die auch noch das sagen, wen die Kinder heiraten können.  Geschwister haben kein sagen ob noch ein Kind dazukommt –auch wenn sie vielleicht gerne die Mama für sich behalten würden.  Wenn Eltern ein Kind adoptieren,ist ihre Entscheidungund ihre Unterschrift der ausschlaggebende Faktor. Dieses Kind gehört jetzt zu uns.  Manch einem ersten Kind war es ein Schock,wenn plötzlich ein zweites da ist.    Sie waren gar nicht so erfreut über dieses Geschwisterkind, das alles durcheinanderwarf.  Ist dieser Familienzuwachs wirklich eine Bereicherung oder eine Last?  Vorher war es doch viel schöner, kuschliger.  Wir hatten den Platz auf Mamas Schoss für uns.   Jetzt ist es da eng geworden.Und besonders am Anfang kann man mit dem neuen Geschwisterkind gar nicht so richtig spielen.  Es schreit ja nur und wirft alles durcheinander. Es ist sicher gut, dass die älteren Kinder nicht ein Vetorecht haben über das Kommender nächsten Geschwister. Die meisten würden sich viel Freude im Leben verderben, weilder Anfang so schwer ist.   Mit dem Kommender Heidenchristen waren die Judenchristen entthront.  Das war gar nicht so erfreulich, und die Heidenchristen fühlten sich nicht besonders willkommen.  Da musste Paulus drauf bestehen.  Gott hat euch Teil gemacht.  Ihr gehört dazu. 

In Familien gibt es Konflikte, egal wie die Familie zusammengestellt ist.  Und unser Vater im Himmel ist nun mal einer, der aus allen Ecken Kinder adoptiert, und nicht fragt, wie die sich alle verstehen werden.   Die Unterschrift ist da.  Die “Neuen” sind nicht mehr Gäste und Fremdlinge,sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.  Da haben die älteren Geschwister sich zu fügen und irgendwie müssen sie nun lernen mit den Neuen auszukommen.  Wie macht man das denn? 

Dazu könnte man vieles sagen, aber ich möchte zwei Stichworte nennen:  Schutzräume und gemeinsame Feste, Spiel und Spaß. 

Als unser zweites Kind Paul gerade so krabbeln lernte, kriegten wir von irgendwoher einen Laufstall vererbt.  Ich dachte, das ist vielleicht nicht so dumm, wenigstens ab und zu Paul in einem sicheren Raum spielen zu lassen.  Aber nichts da!  Unser Sohn war intelligent genug gleich zu merken, dass das Freiheitsberaubung war.   Aberirgendwann merkten wir, dass der Laufstall doch eine ganz hilfreiche 

Errungenschaft war.  Ab und zu setzten wir Elisabeth hinein.  Dann konnte sie mal ganz ungestört ein Puzzle bauen oder Türmchen aufeinanderstapeln, ohne dass sie gleich von einer erstaunlich schnellen Dampfwalze wieder zerstört wurden.  Elisabeth war auch intelligent genug zu merken, dass sie jetzt Ruhe hatte, und solange Paul irgendwo etwas Interessantesfand, hatteer auch nichts dagegen.  Er wusste recht bald, irgendwann kommt die Schwester wieder raus und spielt mit mir.  Wenn das nicht irgendwannpassiert wäre, dann wäre der Protest nicht lange ausgeblieben.  Dann ist es nicht mehr eine Schutzmauer, sondern eine Festung,in die ich eindringen muss, denn was dahinter ist, muss sich ja lohnen. 

Jede Familie braucht interne Schutzmauern, damit die einzelnen Familienmitglieder sich entfalten können.  “Me time” sagtman heute in Englisch dazu.  Das brauchen gerade Mütter ab und zu, wenn sie nicht ausbrennen sollen.  Die älteren Kinder brauchen Räume, wo sie das tun können, was ihnen Spaß macht.  Man kann sich nicht immer nur auf die Kleinen einstellen.   Aber es ist wichtig, dass die Familie immer mal wieder zusammenkommt, etwaszusammen macht, zusammen isst, feiert, Spaßhat.  Mein Vater war in meiner Erinnerung meistens in seinem Studierzimmer hinter verschlossener Tür.   Wir durften ihn nur stören, wenn wir ihn zum Essen rufen sollten, oder etwas ganz Wichtigeszu berichten war.  Aber sonntagswar er immer da und hat mit uns gespielt, Menschärgere dich nicht, Fang den Hut, MahJongg, Rummy...  Das war unsere Zeit, wo wir uns näherkamen,und der Grund gelegt wurde für eine tiefere Beziehung. 

Es ist sehr traurig, dass es Familien gibt, wo die Schutzräume zu Festungen geworden sind, woman nur noch nebeneinanderherlebt, wo man nichts mehr wirklich als Familie macht.  Man isst nicht mehr zusammen, manschaut noch nicht mal mehr zusammen Fernsehen, denn jeder hat seinen Computer im Zimmer –man kann sich ja doch nicht einigen, was man nun schauen will. Es ist natürlich viel einfacher und viel konfliktfreier so –dann macht jeder oder jede was sie will.  Aber das Leben wird viel ärmer.  Eine Familie ist es nur noch dem Namen nach.

Natürlich ist es nicht immer einfach ein Familienereignis zu planen.  Was über 50-jährigeEltern gerne tun und was Teenagern Spaßmacht das ist nicht immer das Gleiche. Da muss eine Haltung von geben und nehmen wachsen. Die Kinder schlagen vor welche Filme wir anschauen.  Ferienziele werden gemeinsam geplant damit jeder und jede mal zu seinem Recht kommt.  Manchmal weiß ich auch, sie haben nicht unbedingt Lust, aber machen mit uns zuliebe.  Und die Eltern sollten das auch immer mal tun-im Auto mal die Musik der Kinder hören –und merken, da ist auch etwas Schönesdran.  Wenn man das alles ganz aufgibt, dann bröselt die Familie schnell auseinander.  Schwierig schon in der Kleinfamilie wird es in der Sippe schwieriger, undnatürlich in der weiteren christlichen Familie noch schwieriger.  Da fühlt man sich kaum verwandt, sieht nicht ein, warum man sich die Mühe machen soll, auch mal zurückstehen in den eigenen Bedürfnissen.

Zusammen feiern und Freude haben ist natürlich schwierig, da wo Spannungen stark werden, wopolitische Meinungen weit auseinandergehen, wo man so viele Werte, die einem wichtig sind,nicht teilen kann.  Manchmal muss man sich auf den anderen einlassen, auch wenn es von mir scheinbar nur Opfer verlangt. Aber vielleicht merke ich gerade dann eine Freude, die ich nicht erwartet habe. 

Wer das für mich überwältigend demonstriert hat, ist der Chor der Friedenskirche in Hillbrow.  Ich werde nie vergessen den Tag als sie zu mir kamen uns sagten, sie wollten im Deutschen Gottesdienst singen -inDeutsch.   Es war Karfreitag und sie sangen, “O Haupt” –wie sie es nannten.  Es war ein Wendepunkt in der Beziehung zwischen den Gemeindeteilen.  Der Deutsche Teil merkte plötzlich, vielleicht sind die neuen Geschwister nicht nur Last sondern auch Bereicherung.  Viele hat es tief bewegt.  Und dann im nächsten Jahr das noch größere Projekt:  Wir wollen mitmachen beim Sängerfest.  Es ist hauptsächlich Deutsch? Wir lernen das schon.  Und sie haben geübt –mehr als die meisten Deutschen Chöre.  Es forderte viel Opfer und Nerven –besonders das unvergessliche Spießrutenlaufen bei der Ankunft in Kroondal.  Es war ein sich einlassen und feiern wollen mit der anderen Seite, das in unseren Kirchenviele Türen geöffnet hat. 

Ich habe keine einfachen Antworten, wie man Gemeinschaft baut mit Geschwistern, wo die Unterschiede sehr tief laufen.  In unserer Zeit ist noch ein neuer Graben aufgerissen –für und wider Corona Maßnahmenund Impfungen, Unterschiede, die durch Familien und Freundeskreise gehen.  Manchmal muss man Schutzmauern bauen einfach um nicht verrückt zu werden, und es wird uns sicher auch vergeben, wenn wir es manchmal nicht schaffen uns aufeinander zuzubewegen.  Der Hausherr in unserer Evangeliumslesung scheint ja auch nicht gerade versöhnlich zu sein gegen die, die seine Einladung ausgeschlagen haben. 

Und doch sind wir immer wieder dran erinnert –wir sind eine Familie, ob uns das passt oder nicht, und unser Leben wird reicher und tiefer,wenn wir uns dem nichtentziehen, sondern ab und zu aus unserem Zimmer kommen zu einem gemeinsamen Essen oder einer Aktivität, die Freude macht, vielleicht nicht allen gleichviel, aber die doch etwas aufleuchten lässtvon dem, was es heißt Familie zu sein, trotz allem, was uns trennen will. 

Gemeinsame Gottesdienste sind gewissnicht immer nur eine Freude. Sie kosten Opfer, Zeit, jeder muss zurückstecken, etwas aufgeben.  Sie sind meistens weniger gut besucht,als wenn jeder alleine feiert.  Und natürlich gibt es immer Familienmitglieder, die lieber allein in ihrem Zimmer essen wollen als eine spannungsgeladene Mahlzeit über sich ergehen zu lassen.  Und doch denke ich können wir gar nicht wirklich begreifen, was es heißt zu Gottes Familie zu gehören, wenn wir uns dem nie aussetzen.  Ich denke auch, wie können erst dann die Briefe des Paulus wirklich verstehen, der immer wieder in diesen Zerreißprobenstand und Verfeindungen ausgesetzt war, gerade weil er die Heiden zum Fest eingeladen hatte.  Er wusste, die Einladung an die anderen, die ungemütlichen, die kam von Christus persönlich, derPaulus aus seinem klar definitierten Milieu rausgerissen hat und auf eine ganz andere Bahn gelenkt hat.  Das hatte Paulus sich nicht ausgesucht, der Diener zu sein, der an die Hecken und Zäune und Landstraßen geht und Menschen nötigt hereinzukommen. Aber er hatte einfach keine Wahl mehr. 

Gemeinschaft bauen ist mühsame Arbeit, sie kostet Arbeit und Nerven, und Rückzug ist eine ständige Versuchung.  Aber es gibt auch beglückende Momente, wo man merkt, diese kunterbunte Vielfalt möchte ich nicht missen.  Dieser Bau aus so vielen verschiedenen Steinen zusammengefügt hat eine überragende Schönheit, mit der sich kein anderer messen kann.  Ein solcher Moment für mich war die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes in Hong Kong, wo ich als Frauen und Jugenddeligierte dabei sein durfte, und besonders auch die vorbereitende Jugendversammlung in Bangkok. 

Es war ein überwältigender Eindruck –einerseits von der mir völlig fremden Welt Asiens, und andererseits von dieser weltumspannenden Familie, der lutherischen Kirche –mehr noch, des christlichen Glaubens.  Wir lernten uns kennen.  Unter anderen war da eine junge Tanzanianerin aus dem Stamm der Maasai mit der ich mich ganz gut verstand.  Im Jahr 2017durfte ich an einem Pastorenseminar in Wittenberg teilnehmen und traf da Pastoren aus aller Welt, unter anderen die Frau aus Tanzania, jetzt ordiniert.  Wir begrüßten uns mit großem Hallo, wie Kusinen, die sich lange nicht gesehen hatten. 

Ein neues Familienmitglied bringtimmer Unruhe, und je mehr es anders ist als die bis dahin etablierte Familienkultur, umso mehr.  Aber wir brauchen diese Vielfaltim Bau des großen Tempels Gottes.  Der andere ist ja nicht nur einer, dessen Last ich tragen muss, sondern auch einer, der potenziell–auf jeden Fall,wenn er sich wirklich als Hausgenosse fühlt –anfangen wird auch meine Lasten mitzutragen. 

Gemeinschaft bauen, Ökumene leben –das bleibt ein Auftrag, der nicht einfach ist, und manchmal wird man nur die Last sehen und nicht die Freude, die es bringen kann.  Da tröstet es mich, dass der Text davon spricht, dass es Christus ist, der der Baumeister ist.  Wir kriegen das alleine nicht hin.  Uns bleibt das Gebet:   Zeig uns den Weg aufeinander zu.  Manchmal wissen wir ihnnicht mehr. 

Unser Wochenspruch enthält eine Verheißung:  Christus spricht, “Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken”.   Manchmal sind wir etwas mühselig und beladen, wenn wir Gemeinschaft bauen wollen.  Aber aufdiese Zusage können wir vertrauen.  Christus baut weiter, und kann uns die Kraft und die Freude schenken,die uns wieder ermöglicht freudig auf unsere Schwestern und Brüder zuzugehen im Wissen wir sind eine Familie. 

Amen. 


Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.