( Predigt 1. Mose 8,18-22 ) [ English Translation ] [ Abkündigungen647.13 KB ]
Liebe Konfis, in zwei Wochen ist eure Konfirmation. Und ihr habt euch viel Mühe gegeben, euch gut überlegt, welcher Bibelspruch euch im Leben weiter begleiten und leiten soll.
Gott begleitet euch im Leben. Manchmal spürt man das ganz deutlich. Dass da ein Kraft hinter allem steckt.
Wir nennen diese Kraft Gott. Eure Eltern haben sich vor 13, 14 Jahren etwas dabei gedacht, als sie euch haben taufen lassen. Da bin ich mir sicher. Wenn nämlich ein kleiner Mensch geboren wird. Und dieses Kind dann Gott anzuvertrauen… das ist der Schritt, den man bei der Taufe eines Kindes tut. Gott hat Ja zu Euch gesagt. Und darauf könnt ihr euch verlassen.
Bei der Taufe nehmen wir Wasser. Es ist ein Symbol und erinnert an die Taufe Jesu durch Johannes den Täufer. Er taufte mit Wasser im Jordan als Zeichen der Vergebung der Sünde. alles Falsche, Böse und Schmutzige sollte abgewaschen und weggespült werden. Damit das Leben frisch anfangen kann, voller Hoffnung, voller Vertrauen.
Wasser kann auch gefährlich sein. Die Menschen, die von Überschwemmungen schon einmal betroffen waren, wissen es: Wasser kann alles zerstören, was man besitzt. Heute geht unserem Predigttext eine sehr bekannte Geschichte voraus. Da wird deutlich, was für eine Kraft in Wasser steckt.
Wir finden die Geschichte im ersten Buch der Bibel, im ersten Buch Mose. (Gen 6-8,17 wird kurz zusammenfassend erzählt)
Und hier setzt unser Predigttext ein. (Gen 8,18-22 vorlesen)
Was wir hier hören ist: Gott will eine Zukunft für die Menschen. Deshalb schickt er Noah und seine Familie und die Tiere raus in die neue Zeit. Gott weiß: Leben ist nur in Gemeinschaft möglich. Gott will die Welt. Er fängt mit ihr neu an.
Gottes "Ja" zu den Menschen, zu uns, ist die Grundvoraussetzung dafür, dass wir hier sind.
Naturwissenschaftler forschen viel und mit ihren Theorien, sollten sie jemals vollständig werden, können sie erklären, wie das Universum entstand. Doch warum es entstand, bleibt offen. Für viele von ihnen stehen der Glaube an Gott und naturwissenschaftliche Erkenntnisse nicht im Widerspruch zueinander, sondern ergänzen sich sogar. Dass am Anfang eben Gottes "Ja" stand, woraus sich alles andere entwickeln konnte.
Noah kommt genauso aus der Arche, wie er hineingegangen ist.
Wir hören kein Wort von ihm, kein bisschen Erleichterung darüber, dass die Zeit dieser beklemmenden Enge in der dunklen Arche endlich vorbei ist. Noah atmet ein, Noah blinzelt, aber sagen tut er nichts. Dieser wortkarge Kapitän drückt seinen Dank anders aus. Als Allererstes baut er einen Altar und bringt Gott ein Opfer. Er feiert einen Gottesdienst.
Wer sein Leben als neu geschenkt schon einmal erleben konnte, nach einem Unfall oder einer schweren Krankheit z.B., der kann dem vielleicht nachempfinden, wie es Noah und seiner Familie geht.
Das Gefühl zu haben: nichts ist selbstverständlich auf dieser Welt, dass es einem gut geht, dass man gesund ist, dass man Glück hatte bei diesem oder jenen Zwischenfall. Glück ist zerbrechlich, Leben ist gefährdet. Vielleicht lebt man intensiver, wenn man sich dessen bewusst ist.
Vielleicht haben wir hier in dieser grandiosen Erzählung von Noah und der Sintflut ein Beispiel dafür, dass die Menschen eigentlich Angst vor sich selbst haben, vor ihrem eigenen zuweilen bösen Tun.
Gott will, dass die Welt fort besteht. Leider ist es nicht ausgeschlossen, dass die von ihm frei erschaffenen Kreaturen, sich seinem Willen widersetzen. Und damit die Welt in Gefahr bringen, die er erhalten will.
Wir bringen ständig durcheinander, was unser eigenes Leben erhält. Es tut uns gut, dass wir Respekt bekommen vor dem Gegebenen. Es ist uns zur Pflege anvertraut. Und das heißt vielleicht auch, mal auf etwas zu verzichten.
Gott attestiert dem Menschen vor der Sintfluterzählung eine wurzelhafte Bosheit. War dies der Grund für die Sintflut, ist es nun der Grund für ihn, die Erde zu bewahren. "Alles, was aus ihrem Herzen kommt, ihr ganzes Denken und planen ist böse von Jugend auf."
Das sagt Gott zu sich selbst. Es sind die gleichen Worte wie vor der Sintflut. Die Menschen haben sich nicht geändert.
Auch Noah ist ein Beispiel dafür. Der war vorher schon fromm und gut. Er ist es immer noch. Aber er ist auch sonderbar unberührt geblieben von all dem grausamen Tod um ihn herum. Er hat seine eigene Rettung genauso hingenommen wie den Tod aller anderen. Er hat nicht versucht, irgendjemand anders noch zu retten, zum Beispiel Gott zu überreden, noch eine zweite Arche bauen zu dürfen.
Auch in diesem guten Menschen ist tief innen drin viel Gleichgültigkeit.
In Gottes Herzen sieht es anders aus. Da ist keine Gleichgültigkeit. Die Menschen ändern sich nicht. Das ist Gott klar. Aber es ist Gott nicht egal. Gott spricht zu sich: „Ich will nicht mehr alles Leben auf der Erde vernichten, wie ich es getan habe. Von jetzt an gilt solange die Erde besteht: nie werden aufhören Saat und Ernte, Frost und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht."
Die Menschen ändern sich nicht, also ändert sich Gott. Es gibt einen neuen Anfang.
Es wird mit Gott immer einen neuen Anfang geben.
Als seine Ebenbilder hat uns Gott geschaffen. es ihm gleichzutun – was das bedeutet, das lässt sich ganz kurz zusammenfassen:
Festhalten daran, dass es eine Zukunft und eine Hoffnung für uns alle gibt und für die schöne Erde, auf der wir leben.
Und wir alle eine Verantwortung dafür tragen.
Dann ist uns das möglich, was wir gleich singen werden: zum Dienen bereit zu sein, die eigene Kraft zu gebrauchen, auf den anderen zu zu gehen und nicht die Geduld zu verlieren. Eine Herausforderung. Unsere Aufgabe.
Für uns und für unsere Kinder.
Amen