2. Mose 16, 1-18
Erzählung:
Nun waren sie schon tagelang unterwegs. Immer durch die heiße, staubige Wüste. Nur fort aus Ägypten, nur fort aus diesem schrecklichen Land, wo sie als Sklaven gearbeitet hatten, Männer und Frauen und Kinder. Jeden Tag hatten sie geschuftet für fremde Herren. Doch das war nun vorbei. Sie waren frei! Gott zeigte ihnen den Weg. In einer großen Wolkensäule ging er ihnen voran. Er hatte den Wind geschickt, der das Wasser vertrieb, er hatte sie durch das Schilfmeer geführt, als die Ägypter hinter ihnen her waren. Sie waren hilflos gewesen, aber Gott war da, als sie ihn brauchten. Ein gewaltiger Gott, der sie beschützte.
Viel hatten sie nicht mitnehmen können auf ihrer Flucht, nur gerade soviel man braucht, ein warmes Tuch für die Nacht, einen kleinen Vorrat an Wasser, ein wenig Brot, kaum richtig durchgebacken.
„Hier machen wir Rast. Wir müssen nicht weiter gehen. Wir sind freie Leute. Mose führt uns. Er hat diesen Rastplatz gefunden.“
„Gut, dass wir einander haben. Gut, dass wir zusammen aus Ägypten fort konnten. Die Kinder haben ihre Eltern, die Eltern haben ihre Kinder.
Alte Menschen haben junge Menschen und junge haben alte. Wir haben einander. Wir haben unsere Freiheit. Wir haben, was wir brauchen. Was brauchen wir mehr?“
Doch nun gab es Widerspruch: „Wir haben Hunger und brauchen Brot.
Hier gibt es Sand und Steine – mehr als wir brauchen – aber es gibt nichts mehr zu essen. Da nützt uns die ganze Freiheit nichts mehr. Da hätten wir auch gleich in Ägypten bleiben können.“
Da stellte sich Mose vor das ganze Volk hin und sagte: „Hört zu! Ihr werdet Brot bekommen soviel ihr braucht. Es wird ein besonderes Wüstenbrot sein, es wird nachts vom Himmel regnen. Morgen werdet ihr es finden, soviel ihr braucht.“
In der Nacht fiel der Tau vom Himmel und lag am Morgen rings um das Lager. Und als der Tau dann in der Sonne weg war, da lag etwas wie Raureif, klein und rund auf der Erde
„Was ist das?“ - „Schau nur, klein und rund, was ist das?“
Sie riefen es in ihrer Muttersprache, auf hebräisch, da klingt diese Frage wie „ManHa?“
„Das ist Himmelsbrot!“ sagte Mose zu ihnen, „Man Ha, das ist das Brot, das Gott euch zu Essen gibt.“
„Es ist soviel da, wie ihr braucht“, rief Mose. „Jede und jeder bekommt ein Stück. Kommt, nehmt ein Stück. Wer ein zweites Stück nimmt, soll es weitergeben an jemanden, der noch nichts hat. Wartet aufeinander mit dem Essen.“
Damals haben manche mehr als sie brauchten genommen. Sie wollten sich einen kleinen Vorrat anlegen. Doch am nächsten Tag war das ManHa schlecht geworden und die Würmer krochen heraus.
Aber jeden Morgen gab es wieder den Tau und dann lag wieder das ManHa auf dem Boden. So wurde das Volk gerettet vor dem Verhungern in der Wüste.Das Volk war gerade erst aus Ägypten geflohen, da fing es an zu rebellieren. Vergessen war die Sklaverei, die Unterdrückung und die Entbehrungen, die sie dort erfahren haben. Stattdessen dachten sie an die Fleischtöpfe, wie es im Bibeltext heißt. Immer wieder begegnet mir das auch heute noch, dass Menschen, die systematische Unterdrückung erlebt haben, sich zurück in diese Zeit sehnen. Hier in Südafrika auf der Busfahrt zum Kinderkailager, als der Busfahrer mir erzählt hat, dass es ihm früher viel besser ging als ihm nach der Schulzeit einfach eine Arbeit zugeteilt wurde, oder in Deutschland, weil in der DDR alle Frauen gearbeitet haben und die Kinderbetreuung geregelt war.
Vergessen war bei den Israeliten das Vertrauen in Mose, der sie gerade mit Gottes Hilfe aus der Unterdrückung befreit hatte.
Aber Gott lässt es nicht zu einer Rebellion kommen, Gott will die Israeliten in Freiheit sehen und sorgt für sie. Jeden Tag, 40 Jahre lang, versorgt Gott die Israeliten. Aber manche können das nicht glauben, ihre Angst, dass es nicht reicht, ist groß. Sie nehmen sich mehr als sie brauchen, sie wollen nicht teilen.
Wie oft haben wir Angst davor, dass das, was wir haben, nicht reicht?
Dass wir es so schwer mit Anderen teilen können, weil es doch gerade so für uns reicht.
Ganz anders ist das bei der Geschichte von Jesus, der voller Zuversicht ist, dass die 5 Brote und 2 Fische für alle reichen werden. Und die Jünger vertrauen ihm. Und weil alle darauf vertrauen, dass es genug ist, bleibt am Ende sogar noch Essen übrig.
Wer keine Angst hat, zu kurz zu kommen, dem wird auch nicht genommen. Alle haben dadurch im Überfluss.
Bei der Kidsweek gab es zur Erinnerung daran eine Perle: Die Wüstenperle.
Die erinnert uns daran: Gott sorgt für mich auch in den Wüstenzeiten meines Lebens.
