Predigten - 2025

Jesaja 9, 1-6



Thema: Neue Hoffnung

Liebe Gemeinde,

seid ihr schon in besinnlicher Stimmung?

Ich frage mich, wie die Menschen aus dem Krippenspiel das wohl beantwortet hätten:

  • Die Bürger: „So viele Menschen von außerhalb, es ist wahnsinnig voll und ständig tritt mir wer auf die Füße.“
  • Die Frau von Josefs Cousin: „All die Menschen, die wir hier unterbringen müssen – wir haben überhaupt keinen Platz mehr. Dazu noch Simons Familie… und essen wollen sie alle auch noch!“
  • Die Hirten: „Es ist kalt, niemand interessiert sich dafür, wie kaputt ich bin. Hoffentlich muss ich heute Nacht die Schafe nicht vor wilden Tieren beschützen.“
  • Und Maria? „Wir sind seit mehreren Tagen unterwegs. Ich bin hochschwanger, und bei Josefs Verwandten ist so wenig Platz, dass wir im Stall unterkommen mussten. Und doch – Gott meint es gut mit uns. Das spüre ich ganz genau.“

Und doch, sagt Maria: Gott meint es gut mit uns. 

Ein kleiner Hoffnungsschimmer in der Dunkelheit.

Genauso hat es Gerrit van Honthorst in seiner „Anbetung der Hirten“ gemalt: Jesus, das kleine Baby, von dem all das Licht ausgeht. 

Ein kleines Kind, das macht keine Angst, das erfüllt so manchen mit Staunen oder mit Ehrfurcht und der Hoffnung, die man erlebt, wenn so ein kleiner Mensch in die Welt kommt. 

Es ist kein großer Führer, kein prächtiger König – Gott kommt in diese Welt als kleines Kind in einem besetzten Gebiet, mitten in einem Stall.

Und die ersten, die es sehen, sind die Hirten, die Außenseiter, die Nachtarbeiter.
Ob das so besinnlich war? Wahrscheinlich nicht, aber genau hier beginnt das Wunder.

Dieses kleine Kind, das in der Dunkelheit leuchtet, zeigt uns: Hoffnung kommt oft unscheinbar, unerwartet und gerade da, wo alles chaotisch, dunkel oder unperfekt ist. Gott will uns nahe sein, gerade da, wo wir sind, mitten in unsere Dunkelheit – und das verändert uns.

Diese Hoffnung gibt Mut, macht uns stark, lässt uns anders auf die Welt blicken. 
Sie öffnet unser Herz, macht uns aufmerksam für andere und schenkt die Kraft, zu handeln – auch wenn die Umstände schwer sind.

Und diese Hoffnung trägt einen Namen: Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst
Ein Kind, das den Frieden bringt – einen Frieden, der stärker ist als Angst, stärker als Krieg, stärker als alles, was uns klein macht.
Er stärkt Recht und Gerechtigkeit – und schenkt Hoffnung genau dort, wo wir sie am meisten brauchen.

Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, bewahre eure Herzen und Gedanken 

in der Gemeinschaft mit Jesus Christus.