Offenbarung 21,1-6
Mitarbeiterdankfest
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen.
Liebe Gemeinde,
„Alles neu!“ – ist das ein gutes Versprechen oder eine bedrohliche Ermahnung.
Drei Jahre lang begleitet uns nun schon eine Jahreslosung, in der das Wort „Alles!“ vorkommt.
Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe! 2024
Prüfet alles und das Beste bewahret! 2025
Siehe, ich mache alles neu! 2026
Bei Gott gibt es also keine „halben Sachen“. Gott und „alles“. Da gibt es wohl eine Verbindung. Und das ist mir am Anfang dieses Jahres wichtig: alles, was in der Gemeinde geschieht – alles ist Gottes Sache.
Wie wir mit dem Geld umgehen und den Garten pflegen, wie wir die Gebäude instand halten und miteinander sprechen, wie wir mit unseren Mitarbeitern umgehen, alles hat etwas mit Gott zu tun.
Und in all diesen Bereichen erleben Menschen Erneuerung – damit will ich mich einen Augenblick befassen:
Ich komme zu meiner Ausgangsfrage zurück: „Alles neu!“ ein schönes Versprechen und eine gute Aussicht: für diejenigen, die sich im Alten nicht wohl fühlen oder im Alten sehr viel vermissen. „Alles neu!“, ja, das hört sich in manchen Situationen wunderbar an: Neues kann begeistern: ein neues Buch zur Hand nehmen! Ein neues Kleidungsstück auswählen. Und und und.
Doch auch in dieser Gemeinde werden wir ausreichend daran erinnert: „Neu“ ist nicht automatisch eine Verbesserung – jedenfalls gibt es etliche Menschen, die das nicht so erleben: eine neue Regierung – ist immer ein großes Thema, mit gegensätzlicher Bewertung.
Neue Lieder – sind für einige schon eine Herausforderung.
Wenn für etwas „Neues“ Platz gemacht werden soll, dann bedeutet es oft auch einen Abschied von etwas „Altem“.
Bei meiner Andacht in der Schule am Anfang des neuen Schuljahres zur Jahreslosung habe ich erwähnt, wie schwer das für Kinder ist, wenn neue Partner in einer Familie auftauchen.
Nein, „neu“ ist keinesfalls automatisch besser und doch ist ja der Jahreslosung und der ganzen Offenbarung eine Sehnsucht nach einer positiven Veränderung, nach einer neuen Welt abzuspüren.
Diese Jahreslosung geht auf den Seher Johannes zurück. Er schrieb diese Gedanken auf der Insel Patmos. Dahin war er verbannt. Es war die Zeit, in der Christen brutal von der Römischen Regierung verfolgt wurden.
Womit es ein Ende haben soll, dass ist das sinnlose Leiden verursacht durch menschenverachtende Herrscher.
Die neue Erfahrung und die neue Welt sind eine Welt, in der die Nähe und das Wirken Gottes erfahren werden. Die Gotteserfahrung tröstet, ermutigt, schenkt Hoffnung und bewirkt, dass Menschen aufatmen und neu anfangen können.
Für mich ist die Jahreslosung eine Einladung, auf die Suche zu gehen nach Bildern, die das „neue“ angemessen beschreiben.
In der Bibel finden wir einige dieser Neuanfänge: Der große Regenbogen, den Gott in den Himmel setzt als er verspricht: ich werde die Erde nie mehr zerstören. Noah und ein Teil seiner Familie, ebenso ein Teil der Schöpfung hat überlebt und fängt neu an. Das ist kein einfaches Neuanfangen, in Trümmern und auf Leichenbergen.
Für mich wird dieses Neuanfangen an jedem Morgen erfahrbar: wenn der Tag beginnt: ein Gefühl von „Neuem!“, obwohl ja der Alltag bleibt. Ich erwarte nicht, dass morgen früh mein Leben ganz anders ist und doch erlebe ich, dass ich jeden Morgen neue Kraft habe. Es ist anders als am Abend.
Es ist anders als am Abend ist für mich ein Schlüsselsatz zum Verständnis der Jahreslosung: Johannes, der seine Offenbarung in einer Zeit schreibt, in der viele Menschen in einer Weltuntergangstimmung waren, wo sie dachten: alles kommt zu einem Ende – nichts wird weitergehen: da sieht Johannes weiter: über das Ende hinaus: er sieht etwas Neues, was zu dem Zeitpunkt noch nicht viele sehen können.
Und darin, so sehe ich es liegt ein der großen Aufgaben für Kirchen und Gemeinden: Weiter zu sehen – jenseits des Weltunterganges, den Menschen heraufbeschwören. Jenseits der Zerstörung, für die etliche Menschen keine Alternative mehr wahrnehmen.
Ja, wir sind berufen in diese Welt, um mitten in der Weltuntergangsstimmung, aufmerksam zu machen, dass mitten in der Nacht ein neuer Tag anbricht.
Ich mache alles neu! Im Tohowabohu der Welt schafft Gott neues Leben: aus dem Nichts.
Diese Kraft Gottes wirken zu lassen, wahrzunehmen, sichtbar zu machen und sie zu bekennen: das tun wir in dieser Gemeinde.
Daran arbeiten wir mit: alle Mitarbeitende, die sich heute segnen lassen.
Und es ist gut, wenn wir über das „Alles!“ stolpern – und nicht schlicht und naiv erbeten: dass alles auf den Kopf gestellt wird – lasst uns aber Trost spenden, wo wir können und Hoffnung säen, wo es geht!
Gottes neu machen ist heilen.
Gottes neu machen ist trösten
Da sind wir bei einem kleinen Geschenk, das wir euch mitgeben möchten: Etwas Saat, liebevoll in einem kleinen Beutel.
Ich erinnere mich an die Zeit, so um 2006 als es in unserem Nachbarland Zimbabwe eine große Not und Krise gab.
Es gab dort nichts mehr.
Eines Tages rief der Kollege aus Harare an, Klaus. Wir hatten ihm einige Male Hilfe angeboten.
„Wir haben nichts mehr!“ sagte er.
Mein Mann und ich haben an dem Tag ein Hilfsprojekt gestartet. Wenn ich bis dahin nicht so richtig an Wunder geglaubt hatte, habe ich dort angefangen.
Das kann ich an anderer Stelle mal ausführlicher erzählen. Für heute aber, in den ersten Wochen haben wir vor allem Lebensmittel geliefert – wir haben etwa 1000 Menschen helfen können – bald aber war deutlich: lasst uns Saatgut mitnehmen.
Und das haben wir getan und davon ist viel aufgegangen.
Das ist unsere Aufgabe: Hoffnung säen mit Wort und Tat.
Davon haben wir etwas in diese kleinen Beutel gepackt: der schöne afrikanische Stoff: Voller Saatgut. Voller Hoffnung: für unsere Gemeinde, unser Land und den Kontinent, für Afrika!
Der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesu.
