Gedanken zu Apostelgeschichte 5; Lukas 5; Johannes 6
9. Sonntag nach Trinitatis
Pastorin Kornelia Schauf
Themenpredigt
Im Zeichen des Fisches – Glauben wie ein Fisch im Wasser
Gedanken zu Apostelgeschichte 5; Lukas 5; Johannes 6
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen. Amen
Liebe Gemeinde,
unser Thema lautet: Im Zeichen des Fisches – Glauben, wie ein Fisch im Wasser.
Wir haben dazu schon drei Abschnitte gehört und ich will darauf etwas mehr eingehen: Was hat es nun mit dem Fisch als Zeichen für uns Christen auf sich.
Zum Einstieg eine Frage:
habt ihr gewusst, dass man die Gesundheit eines Flusses an seinen Fischen erkennt?
Es gibt ein Sprichwort, das sagt:
„Nur lebendige Fische schwimmen gegen den Strom. Tote Fische treiben mit ihm“.
Das können wir leicht auf unser Leben übertragen: Wer mit dem Strom schwimmt, kann sich einfach treiben lassen. Das ist bequem und gemütlich. Das fordert nicht viel.
Übertragen auf unser Leben bedeutet mit dem Strom schwimmen: einfach mitmachen, was fast alle machen. Wenig selbst denken, sondern tun, was fast alle tun. Sagen, was fast alle sagen. Sich anpassen, bloß um nicht aufzufallen.
Die Alternative dazu ist: Selbst zu denken. Eigene Entscheidungen treffen. Und mutig auch gegen den Strom zu schwimmen. Das bedeutet, sich eine eigene Meinung erlauben. Und ja, wer das tut: wer so etwas anders lebt als fast alle: der hat es nicht immer einfach. Er bekommt Gegenwind.
Heute bei eurer Begrüßung geht es darum: einen ersten Eindruck bekommen, was es heißt als Christ, als Christin zu leben.
Aus jeder Geschichte, die wir vorhin kurz gehört haben, nehme ich einen Gedanken auf:
- Wer sagt mir, wie ich leben soll? Bewusst als Christ zu leben heißt, ich nehme einen Kurswechsel vor. Mein Boot, mein Leben geht jetzt in eine andere Richtung. Als die Christen damals den Fisch als ihr geheimes Erkennungszeichen wählten, war das auch gefährlich. Damit drückten sie aus: Wir richten uns nicht unbedingt nach dem, was der römische Kaiser sagt. Sie sagten: Der römische Kaiser ist für uns kein Gott. Unser Gott ist Jesus Christus. Niemand anders.
Ihr seid am Anfang der Konfirmandenzeit. Das ist eine wichtige Zeit im Leben – ihr seid immer weniger Kinder, sondern schon Jugendliche und bald seid ihr erwachsen. Das ist eine Zeit, wo sich im Leben viel verändert. Und da stellt sich auch die Frage: Wer sagt mir eigentlich, wie ich leben soll? Sind es die Influencer auf TikTok? Ist es der Gruppenzwang in der Klasse? Die Erwartungen der Eltern?
Glauben wie ein Fisch im Wasser bedeutet: Mut zu haben, den Kurs selbst zu bestimmen. Zu sagen: Ich orientiere mich an Jesus. Ich lerne von Jesus Christus.
Ich mache nicht einfach, was fast alle machen. Ich schwimme gegen den Strom.
Ich habe Werte und Ziele. Ich finde heraus, wie ich als Christ leben kann.
- Damit sind wir beim zweiten Punkt: Auf dein Wort hin – Jesus hat mir etwas zu sagen. Die Geschichte der Fischer, die Menschenfischer wurden. Petrus hatte die ganze Nacht gearbeitet, die Netze ausgeworfen. Er hatte nichts gefangen. Doch weil Jesus ihn bittet, fährt er an eine andere Stelle auf dem See. Tiefer.
„Weil du, Jesus, es sagst. Darum mache ich es!“
In der Konfirmandenzeit geht es darum: auszuprobieren, was geschieht, wenn ihr auf Jesus hört. Wie verändert mich das? Wie hilft mir das in der Schule, in der Familie, im Sport, in Freundschaften?
- Und da sind wir schnell bei der Geschichte von den fünf Broten und zwei Fischen. Ein kleiner Junge hatte sie dabei, als Jesus sie braucht. Natürlich ist das viel zu wenig für tausende hungrige Menschen. Doch das Kind ist bereit. Es teilt, was es hat. Das Kind rechnet nicht und kommt zum Ergebnis: das wird nicht reichen. Es hat Fantasie und ein weites Herz. Am Ende sind alle satt. Ein Wunder.
Glauben wie ein Fisch im Wasser heißt auch: teilen, was wir haben. An Wunder glauben, die geschehen, wenn wir mit einem weiten Herz und großer Menschenliebe leben.
Als Gemeinde teilen wir auch: wir teilen unser Leben. Wir helfen einander und merken: diese Gemeinschaft trägt uns. Das ist ein gutes Netz: das Netzwerk des Glaubens.
Ein Anfang ist gemacht: Ihr seid getauft. Ihr seid in eurem Leben unterwegs wie ein Fisch in großen Gewässern. Ihr seid nicht allein im Meer des Lebens. Ihr habt eine Gemeinde an eurer Seite, auch Julia und mich.
Wir wünschen uns, dass ihr in dieser Zeit viel Vertrauen lernt, um gegen den Strom zu schwimmen, die tiefen Wasser nicht zu scheuen und Wunderbares erlebt in der Tiefe, weil Jesus zu euch spricht.
Der Friede Gottes, der höher ist als unsere Vernunft bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen
