Er weidet seine Herde
Das Oratorium “DER MESSIAS“ von Georg Friedrich Händel, wird traditionell in der Weihnachts-, wie auch in der Passionszeit sehr oft aufgeführt. In diesem Jahr wird es keine Aufführung irgendwo in der Welt geben. Überall sind Konzerte und Gottesdienste zum Schutz der Menschen verboten. Als Musiker kann man sich das gar nicht vorstellen! Kein Messias, keine Johannespassion, keine Matthäuspassion! Unvorstellbar!
Wir können aus diesem Erlebnis merken wie klein wir doch eigentlich sind, auch wenn wir uns als „wer was“ meinen zu sein!
Mit dem Komponisten Händel ging es auch nicht gut! Man hat sich satt gehört an seiner Musik und wollte was Neues! Kennen wir doch! Das war alles Schnee von gestern!
Da kommt der Librettist Charles Jennens zu ihm mit dem Text. Händel ist begeistert und stürzt sich an die Arbeit. In 24 Tagen - also etwa so lang wie wir nun zu Hause eingeschlossen sind - schreibt Händel das gigantische Werk - mit einer Gänsefeder!
Die Heilsgeschichte Christi wird in Texten aus dem Alten und dem Neuen Testament dargestellt und vertont.
Wir spielen heute eine Aria aus dem Messias die das Wirken Jesu als den Guten Hirten besingt. Ein Rezitativ mit einem Text aus Jesaja 35, 5 -6, bereitet die Aria vor:
Dann wird das Auge des Blinden sich auftun, und das Ohr des Tauben wird hören;
dann springet der Lahme wie ein Hirsch, und die Zunge des Stummen wird singen.
Das wird geschehen, wenn der Messias da ist!
Und dann singt der Sopran aus Jesaja 40, 11:
Er weidet seine Herde, dem Hirten gleich, und heget seine Lämmer so sanft in seinem Arm; er nimmt sie mit Erbarmen auf in seinen Schoss, und leitet sanft, die in Nöten sind.
Händel legt nochmal nach aus Matthäus 11, 28 - 29
Kommt her zu ihm, die ihr mühselig seid, kommt her zu ihm, mit Traurigkeit Beladene, er spendet süßen Trost. Nehmt sein Joch auf euch, und lernet von ihm, denn er ist sanft und demutvoll, so findet ihr Ruh und Seelenheil.
Die Musik ist eine Hirtenmusik - ruhig und gelassen, auch wenn uns gesagt wird wir sollen sein Joch aufnehmen und von Ihm lernen. Er ist sanft und demutsvoll - und wir finden bei Ihm Ruh und Seelenheil.
Unsere Tage sind voller Spannung! Wir verschicken viele Witze - zum Teil auch Blödsinn! Verstecken wir dahinter unsere Angst und Nervosität auf das Ungewisse?
Freuen wir uns auf den Guten Hirten, der für uns den Weg gegangen ist! Der mit uns den Weg geht! Er weidet seine Herde - Kommt her zu ihm, die ihr mühselig seid!