2020-04-11 - Wohl mir dass ich Jesum habe

2020-04-11 - Wohl mir dass ich Jesum habe


Wohl mir, dass ich Jesum habe

Viele werden diesen Choral, wenn ich ihnen den Titel sage, nicht erkennen oder einordnen können. Er ist ja auch nicht in unserem Gesangbuch.

Wohl mir, dass ich Jesum habe,
0 wie feste halt ich ihn,
Dass er mir mein Herze labe,
Wenn ich krank und traurig bin.
Jesum hab ich, der mich liebet
Und sich mir zu eigen gibet;
Ach drum lass ich Jesum nicht,
Wenn mir gleich mein Herze bricht.

Vielleicht erkennen mehr Leute den Titel “Jesus bleibet meine Freude” - wahrscheinlich, weil die älteren Glieder der Gemeinde eine Schallplatte noch von Maurice Andre haben wo er diesen Choral, wie Johann Sebastian Bach ihn vertont hat, spielt.

Die beiden Verse kommen aus einem Gesang von Martin Jahn (1661) mit dem Titel „Jesu, meiner Seele Wonne“. Der Gesang hat 18 Verse, aber Bach hat die beiden Perlen aus der Dichtung gefunden, und sie in der Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ zum Fest Maria Heimsuchung - traditionell der 2. Juli - eingebaut.

Wir kennen die Geschichte als Maria zu Elisabeth ging, nachdem der Engel ihr angekündigt hatte, dass sie die Mutter des Herren werden wird. Diese Geschichte ist das Evangelium zu dem Fest, dass zu Bachs Zeit ein relativ „hohes“ Fest war. Eine Trompete verleiht der Kantate Glanz.

Der Eingangschor, mit den Worten:

Herz und Mund und Tat und Leben
Muss von Christo Zeugnis geben
Ohne Furcht und Heuchelei,
Dass er Gott und Heiland sei.

ermuntert uns, dass wir als Christen uns zu Jesus bekennen sollen - wie Maria es in ihrem bekannten Lobgesang getan hat. Die ersten Teile der Kantate gehen ziemlich hart mit uns um, dass wir uns zu Christus bekennen sollen. Und dann kommt das Evangelium in einer Alt-Aria

Bereite dir, Jesu, noch itzo die Bahn,
Mein Heiland, erwähle
die gläubende Seele
Und siehe mit Augen der Gnade mich an!

Darauf können wir nur mit dem Choral, “Wohl mir, daß ich Jesum habe” antworten. Es ist alles nur Gnade.

Doch damit hört Bach nicht auf! Nun kommt der Tenor mit einer Aria “Hilf, Jesu, hilf, daß ich auch dich bekenne” worauf der Alt mit dem Rezitativ den Gedanken weiterführt:

Der höchsten Allmacht Wunderhand
Wirkt im Verborgenen der Erden.
Johannes muss mit Geist erfüllet werden,
Ihn zieht der Liebe Band
Bereits in seiner Mutter Leibe,
Dass er den Heiland kennt,
Ob er ihn gleich noch nicht
Mit seinem Munde nennt,
Er wird bewegt, er hüpft und springet,
Indem Elisabeth das Wunderwerk ausspricht,
Indem Mariae Mund der Lippen Opfer bringet.

Wenn ihr, o Gläubige, des Fleisches Schwachheit merkt
Wenn euer Herz in Liebe brennet, und doch der Mund den Heiland nicht bekennet,
Gott ist es, der euch kräftig stärkt,
Er will in euch des Geistes Kraft erregen,
Ja Dank und Preis auf eure Zunge legen.

Der Bass, in Begleitung einer hohen Trompete, geht über in die Tat mit der Aria „Ich will von Jesu Wundern singen“.

Der Choral - gesungen vom Chor - kommt dann als unser Aller Bekenntnis:

Jesus bleibet meine Freude
Meines Herzens Trost und Saft,
Jesus wehret allem Leide,
Er ist meines Lebens Kraft,
Meiner Augen Lust und Sonne,
Meiner Seele Schatz und Wonne;
Darum lass ich Jesum nicht
Aus dem Herzen und Gesicht.

In dieser Zeit, die unser Leben und unser Denken umwirft, gilt es für uns zu singen

Ach drum lass ich Jesum nicht,
Wenn mir gleich mein Herze bricht.

Darum lass ich Jesum nicht
Aus dem Herzen und Gesicht.

Wir wollen uns zu Christus bekennen, wir wollen uns zu Ihm halten, in dem Wissen, dass wir immer aus Seiner Gnade leben.

Wir brauchen nicht alles immer im Griff zu haben und zu kontrollieren - Er kann es viel besser als wir!

Wir spielen nun die beiden Verse, wer mitsingen möchte, ist herzlich eingeladen - Jesus hört dich singen!

Jesus soll unsere Freude bleiben!