2023-03-26 - Judika - (DE) - Pfarrerin Nicole Otte-Kempf

( Hebr 5, 7-9 ) - [ English ]


Thema: Das Leben ist Gehorsam lernen im Angesicht Gottes zur ewigen Seligkeit

Liebe Familie Le Roux, liebe Gemeinde,  

Wir taufen kleine Kinder, weil wir davon überzeugt sind, dass Gottes Liebe von Anfang an da ist und der Grund, auf dem unser Leben steht. Ihr wollt Zoey auf dem Weg des Glaubens begleiten. Und ihr habt auch bejaht, dass ihr mit ihr und von ihr lernen wollt: das Staunen und das Vertrauen auf Gott. Und diese Formulierung zeigt deutlich, dass nicht nur Kinder von Älteren lernen, sondern, dass auch wir Erwachsenen von den Kindern lernen. Die schwerste Lektion im Leben, die man lernen muss, ist: Gehorsam. Gehorsam hört sich erst einmal ziemlich unattraktiv an. 

Es schwingen Gedanken mit wie „unmündig“, oder dass man sich keine eigene Meinung erlauben darf. Umso mehr erstaunt es mich, dass es im Predigttext aus Hebräer 5 genau darum geht. Gehorsam ist eine Lernaufgabe. Auch für Jesus. Ich lese die Verse 7-9 

Text vorlesen

Liebe Gemeinde, das Neue Testament und besonders auch der Hebräerbrief sind am historischen Jesus ernstlich interessiert. 

Heute am Sonntag Judika werfen die Passion, das Leiden und Sterben Jesu, ihre harten Schatten voraus. 

Jesus brachte seine Gebete und sein Flehen vor Gott mit lautem Rufen und unter Tränen– die Szene im Garten Gethsemane am Gründonnerstag steht mir vor Augen. Jesus hat Angst, er ringt mit Gott, bittet darum, dass dieser Kelch an ihm vorüber gehen möge und kommt schließlich zur Einwilligung in das, was ihm bevorsteht. „nicht mein, sondern dein Wille geschehe“. 

Man sieht, was es ihn kostet, denn hier geht es nicht darum, schöne und erfreuliche Dinge zu tun. Jetzt wird es schwer und hart für Jesus. 

Jesus hat sein Schicksal nicht passiv hingenommen, sondern er ringt sich durch zu einem freien „ja“. Das musste er erst lernen. Obwohl er der Sohn Gottes ist. Wahrer Mensch. 

Als Kind lernt man zu gehen, das ganze spätere Leben ist man damit beschäftigt zu lernen, immer wieder aufzustehen. Jesus hat sich im Gebet die Kraft geholt, aufzustehen, im Leiden aufrecht zu sein. 

Den letzten Gehorsam lernt sich überhaupt erst nur im Leiden, im Kampf mit dem, wogegen sich alles in uns sträubt und wo wir nur zu gern ausweichen oder davonlaufen würden. 

Viele Anzeichen weisen darauf hin, dass Jesus darum gewusst hat, was ihm bevorsteht. Die Evangelien zeigen, dass Jesu Reden und Tun die Feindschaft der sündigen Welt provozieren musste. menschenfeindlichen Regeln hat er widersprochen. Und er hat gelebt, was er gepredigt hat. 

Wenn wir von Menschen in der Bibel hören, die Jesus begegnet sind, dann wird es deutlich, was der Wochenspruch aussagt.

(Matthäus 20,28): Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Jesus hat gedient. Daran kann sich so mancher, der in eine hohe Position gelangt ist, ein Beispiel nehmen. 

Gehorsam beginnt mit horchen. Horchen lernen, ist das erste. Hören, zuhören. Gesammelte Aufmerksamkeit schenken. Schauen, hinschauen, genau hinschauen. Die eigenen Sinne schärfen. Dass ihnen nichts entgeht. Blinder Gehorsam ist hier nicht gefordert. Gehorsam mit geschärften Sinnen. Das ist zu lernen. 

Gottes Sohn hat Gehorsam gelernt. Heißt es im Hebräerbrief. Das ist eine einmalige Aussage in der Bibel. Aber sie spricht aus, was wir im Wochenspruch hören und auch oft in der Bibel erzählt wird. Ähnlich formuliert Paulus im Philipperbrief: Der Messias Jesus „entäußerte sich selbst und nach Sklavengestalt an… er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja, zum Tode am Kreuz“. In diesem Gehorsam dient er Gott und zugleich den Menschen. 

Von niemandem von uns wird glücklicherweise verlangt, so einen Weg zu gehen, wie Jesus ihn gegangen ist. Braucht es auch gar nicht – denn für die Bibel und besonders den Hebräerbrief ist mit dem Gehorsam Jesu und seinem Weg alles getan. Was uns bleibt, ist schwierig genug. 

Es gilt, sich an Gottes Wort und seine Weisungen zu halten. Es erfordert einen aufrechten Gang und das Eintreten für das, was die Bibel z.B. „Nächstenliebe“ nennt. Fundament solch einer Haltung ist Christus. 

Indem Jesus gegenüber Gott gehorsam war, hat er uns eine neue Welt eröffnet. Der Hebräerbrief nennt Jesus „Urheber der ewigen Rettung und Seligkeit.“ Das hat Konsequenzen. Es fordert den „aufrechten Gang“. Davor aber bekommen  ein großartiges Geschenk: 

Wir haben einen Gott, der weiß, was Leiden ist. Keiner muss sich in Zeiten größter Not allein fühlen. Jesus ist mit uns im Leben unterwegs und kennt unsere Sorgen und Nöte. Sei es Angst vorm Scheitern, Furcht, wenn es mit dem Partner oder Partnerin nicht gut läuft, wenn die Diagnose des Arztes einem Angst macht. 

All diese Angst wird nicht weggewischt. Aber die Angst wird gut aufgehoben. Jesus musste seinen leidvollen Weg gehen….hindurch und nicht daran vorbei. 

Auch uns bleibt im Leben so manches nicht erspart. 

Sprüche 3,5-6

Verlass dich auf den Herrn von ganzem Herzen, und verlass dich nicht auf deinen Verstand, sondern gedenke an ihn in allen deinen Wegen, so wird er dich recht führen.

Dieser Spruch soll Zoey im Leben begleiten.  Den habt ihr für Eure Tochter ausgesucht. 

Das Ziel des Weges ist im Hebräerbrief angedeutet: die ewige Rettung. Erfüllung, Vollendung, Nähe Gottes.

Mögen eure Wege als Tauffamilie so sein, dass ihr euch geleitet und begleitet fühlt von Gott. 

Wir können einen Vorgeschmack auf die ewige Seligkeit bekommen: 

Wenn es Menschen gibt, die sich in Jesu Namen einander zuwenden, dann ist das ein Stück Seligkeit. Wenn wir miteinander Abendmahl feiern und Taufe feiern. Ein gemeinsames Gebet, eine ausgestreckte Hand im Namen Jesu kann Angst und Leiden lindern. 

Nichts anderes hat sonst diese Kraft und Macht. 

So sind wir dazu bestimmt, einander eine Gemeinde von Lernenden und Tröstenden zu sein. 

Lernende nämlich im Staunen und Vertrauen auf Gott. 

Tröstende, weil wir einander trösten

Jesus selbst hat diesen Trost gesucht und in den Gebeten zu Gott gefunden. Wenn Menschen sich selbst wiederfinden auf der Seite der Tröstenden, bekommen sie Kraft von dem, der diesen Weg vorausgegangen ist. 

Und der Friede Gottes, der größer ist als alles, was wir uns vorstellen können, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen

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